Die Riechzellen wurden 1856 vom deutschen Anatomen Max Schultze erstmals beschrieben. Diese etwa 20 - 30 Millionen Rezeptoren des Geruchssinnes sitzen im oberen Drittel der Nasenhöhlenschleimhaut in einem etwa 5 cm² großen Areal.

Diese leiten die Geruchsempfindungen als einzige Sinnesempfindung nicht über den Thalamus, sondern direkt zum entwicklungsgeschichtlich ältesten Teil der Großhirnrinde, welche das Triebverhalten steuert. Dies erklärt die sehr enge Beziehung von Geruchswahrnehmung und Verhalten, welche von uns gar nicht bewußt wahrgenommen wird.

Mehr oder weniger unbewußt verwenden wir Redewendungen wie „jemanden kann man nicht riechen“ oder tragen Duftstoffe als Lockstoffe auf, um potentielle Partner auf uns aufmerksam zu machen.

Signalstoffe, oder auch Kommunikationsstoffe innerhalb einer Spezies, werden „Pheromone“ genannt.

Der Mensch kann mehr als 10.000 unterschiedliche Duftstoffe unterscheiden. Man unterscheidet sieben Geruchsklassen: blumig, ätherisch, moschusartig, kampferartig, schweißig, faulig und stechend. Außerdem gibt es für alle Gerüche eine Geruchsschwelle, d.h. bei niedriger Duftkonzentration kann der Duft nicht identifiziert werden.

Für manche Stoffe ist die menschliche Nase besonders empfindlich, für andere weniger. Der Geruchssinn vermindert sich mit dem Alter. Außerdem gibt es beim Menschen sogenannte angeborene Geruchsblindheiten (Anosmien), bei denen bestimmte Gruppen von Düften nicht erkannt werden können. Besonders häufig sind solche für Urin (40 % der Bevölkerung), für Malz (36 % der Bevölkerung), Kampfer (33 %) der Bevölkerung und Sperma (22 % der Bevölkerung).

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